Es gibt kaum etwas Befriedigenderes in der Küche, als eine perfekte Sauerteig Focaccia aus dem Ofen zu ziehen. Wenn die goldbraune Kruste unter Deinen Fingern kracht und das Aroma von frischem Rosmarin und feinstem Olivenöl durch die Wohnung zieht, weißt Du: Die Geduld hat sich gelohnt. Diese Sauerteig Focaccia ist nicht einfach nur ein Brot; sie ist ein Erlebnis aus Textur und Geschmack.
In diesem Guide zeige ich Dir, wie Du mit einer hohen Hydratation und Deinem aktiven Sauerteig-Starter ein Ergebnis erzielst, das aussieht wie vom Profi-Bäcker. Wir sprechen hier von massiven Luftblasen, einer tiefgoldenen Kruste und diesen charakteristischen Mulden, in denen das Olivenöl glänzt. Bereite Dich darauf vor, das fluffigste Brot Deines Lebens zu backen.

Warum Du diese Sauerteig Focaccia lieben wirst
- Unvergleichliche Textur: Durch die lange Fermentation entstehen riesige, luftige Poren im Teig, die typisch für eine echte Sauerteig Focaccia sind.
- Knusprige Perfektion: Die Kombination aus reichlich Olivenöl und hoher Hitze sorgt für eine fast schon frittierte, knusprige Unterseite.
- Natürliches Aroma: Der Sauerteig verleiht dem Brot eine milde Säure, die hervorragend mit dem herben Rosmarin und dem salzigen Meersalz harmoniert.
- Einfache Bekömmlichkeit: Lange Gehzeiten machen das Getreide leichter verdaulich und den Geschmack komplexer.
Die wichtigsten Zutaten für Dein Back-Abenteuer
Für eine perfekte Sauerteig Focaccia ist die Qualität der Rohstoffe entscheidend. Da wir nur wenige Zutaten verwenden, muss jede einzelne glänzen.
Weizenmehl Type 550 oder Type 00: Dieses Mehl hat einen höheren Proteingehalt, was für das starke Glutengerüst wichtig ist, um die großen Luftblasen zu halten.
Aktives Anstellgut (Sauerteig-Starter): Dein Starter sollte fit und triebstark sein. Füttere ihn etwa 4-6 Stunden vor dem Backen, damit er sein maximales Volumen erreicht hat.
Natives Olivenöl Extra: Spare hier nicht am falschen Ende. Das Öl ist ein Hauptgeschmacksträger und sorgt für die glänzende, goldene Oberfläche.
Frischer Rosmarin & Meersalz-Flocken: Diese Klassiker bilden das visuelle und geschmackliche Highlight auf der Kruste. Die Salzflocken (wie Fleur de Sel) sorgen für den perfekten Crunch.
Wasser: Verwende lauwarmes, gefiltertes Wasser, um die Fermentation optimal zu unterstützen.

Schritt-für-Schritt zur perfekten Sauerteig Focaccia
1. Den Hauptteig ansetzen und Autolyse
Mische 400g lauwarmes Wasser mit 100g Deines aktiven Starters in einer großen Schüssel, bis sich der Starter gelöst hat. Gib 500g Mehl hinzu und verrühre alles grob, bis kein trockenes Mehl mehr sichtbar ist. Lass den Teig für 30 Minuten ruhen (Autolyse), damit das Mehl das Wasser voll aufsaugen kann.
2. Salz hinzufügen und Dehnen & Falten
Gib 10g Salz und einen Schluck Wasser zum Teig. Arbeite das Salz mit den Fingern ein. In den nächsten 2 Stunden führst Du alle 30 Minuten ein „Stretch & Fold“ (Dehnen und Falten) durch. Greife dazu eine Seite des Teigs, ziehe sie nach oben und falte sie zur Mitte. Dies baut die Struktur für die massiven Luftblasen Deiner Sauerteig Focaccia auf.
3. Die lange kalte Fermentation
Decke die Schüssel luftdicht ab und stelle sie für 12 bis 24 Stunden in den Kühlschrank. Diese Kaltgare ist das Geheimnis für den tiefen Geschmack und die bekömmliche Struktur. Der Teig wird in dieser Zeit langsam reifen und kleine Gärbläschen an der Oberfläche bilden.
4. Vorbereitung der Backform
Gieße großzügig Olivenöl in eine Backform oder ein tiefes Blech. Gib den kalten Teig vorsichtig hinein. Wende ihn einmal im Öl, damit er komplett benetzt ist. Lass ihn nun an einem warmen Ort für ca. 2-4 Stunden gehen, bis er sich deutlich vergrößert hat und wabbelig wie Wackelpudding ist.
5. Das magische Dimpling
Heize den Ofen auf 230°C Ober-/Unterhitze vor. Beträufle den Teig erneut mit Olivenöl. Tauche Deine Fingerspitzen in Öl und drücke tiefe Mulden in den Teig. Du wirst sehen, wie große Blasen an die Oberfläche steigen. Verteile nun die frischen Rosmarinnadeln und die Meersalz-Flocken in den Öl-Pools.
6. Backen bis zur Goldbraune
Backe die Sauerteig Focaccia für ca. 20-25 Minuten auf mittlerer Schiene. Sie sollte eine tief goldbraune, glänzende Kruste haben. Wenn Du auf den Boden klopfst, sollte es sich hohl und knusprig anhören.
Profi-Tipps für die perfekte Kruste
Viel Öl ist der Schlüssel: Hab keine Angst vor dem Olivenöl. Die Focaccia bäckt quasi im Öl, was die Unterseite so unvergleichlich knusprig macht.
Geduld beim Gehen: Wenn der Teig nach dem Umbetten in die Form nicht sofort in die Ecken will, lass ihn 15 Minuten ruhen und ziehe ihn dann vorsichtig weiter. Zwinge ihn nicht!
Dampf im Ofen: Stelle eine kleine Schale mit Wasser auf den Ofenboden. Der Wasserdampf hilft dabei, dass die Blasen noch größer werden, bevor die Kruste fest wird.
Du suchst nach einer passenden Beilage? Probiere dazu mein selbstgemachtes Tzatziki oder serviere sie als Beilage zu einem erfrischenden Ananas-Gurken-Salat.
Aufbewahrung & Aufwärmen
Am besten schmeckt die Sauerteig Focaccia frisch aus dem Ofen. Falls doch etwas übrig bleibt, kannst Du sie in einem Bienenwachstuch oder einer Papiertüte lagern. Zum Aufwärmen empfehle ich den Toaster oder den Backofen bei 180°C für 5 Minuten – so wird sie wieder herrlich kross. Du kannst sie auch in Stücke schneiden und einfrieren; sie lässt sich wunderbar direkt im Toaster aufbacken.
Dazu passt die Sauerteig Focaccia
Dieses Brot ist extrem vielseitig. Es passt hervorragend zu italienischen Gerichten wie Tortellini mit Sommergemüse (coming soon). Auch als Basis für ein Sandwich mit Prosciutto und Rucola ist es unschlagbar. Wenn Du es gerne würzig magst, dippe die Focaccia in etwas weiße Pizzasauce oder serviere sie zu einer würzigen Chipotle Bowl.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Dieses Rezept basiert auf der Triebkraft des Sauerteigs. Wenn Du keinen Starter hast, müsstest Du etwa 2-3g Frischhefe hinzufügen, aber der typische Geschmack und die Bekömmlichkeit ändern sich dadurch.
Das liegt meist an zu wenig Hydratation oder einer zu kurzen Gehzeit. Achte darauf, dass der Teig nach der Kaltgare wirklich warm genug steht, um die Gärgase zu entwickeln, bevor Du die Mulden drückst.
Ein Weizenmehl mit hohem Klebergehalt ist ideal. In Deutschland ist Type 550 oder spezielles Pizza-Mehl (Tipo 00) die beste Wahl, um die Struktur der Luftblasen zu halten.
Am besten schmeckt sie am ersten Tag. Durch den Sauerteig bleibt sie jedoch 2-3 Tage genießbar. Wir empfehlen, sie kurz im Ofen oder Toaster aufzubacken, um die Knusprigkeit zurückzuholen.
Verwende reichlich Olivenöl am Boden der Form. Es dient nicht nur dem Geschmack, sondern wirkt wie eine Antihaftbeschichtung. Alternativ kannst Du hochwertiges Backpapier unterlegen.
Das vollständige Rezept zum Nachbacken

Sauerteig Focaccia: Das ultimative Rezept für fluffiges, goldbraunes Brot
Zutaten
Kochutensilien
Method
- Sauerteig-Starter im Wasser auflösen, Mehl hinzufügen und grob vermischen. 30 Minuten ruhen lassen.
- Salz hinzufügen und mit feuchten Händen in den Teig kneten, bis es vollständig aufgenommen ist.
- Über 2 Stunden alle 30 Minuten den Teig dehnen und zur Mitte falten (insgesamt 4 Mal).
- Den Teig abgedeckt für 12-24 Stunden in den Kühlschrank stellen.
- Teig in eine geölte Form geben, wenden und 2-4 Stunden bei Zimmertemperatur gehen lassen.
- Mit geölten Fingern tiefe Mulden in den Teig drücken, mit Öl, Rosmarin und Salzflocken bestreuen.
- Bei 230°C (Ober-/Unterhitze) für 20-25 Minuten goldbraun backen.
Notizen
Sollte der Teig sich in der Form zusammenziehen, lass ihn kurz ruhen und versuche es erneut.

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